Neukölln

Auf einem Hügel vor Afrika

In Folge 12 flüchtet das Kiezradio nach Andalusien, in einen kleinen 20-Häuser-Ort, 15 km von Tarifa entfernt. Was das mit Berlin, bzw. Neukölln zu tun hat? Nicht sehr viel und doch eine ganze Menge, denn wir haben dort zwei überaus sympathische Ausgewanderte getroffen. Henry und Inga, ehemalige Neuköllnerin, wohnen nun dort wo andere Urlaub machen. Mit Hund, Katze und Huhn trotzen sie der spanischen Krise auf einem Hügel vor Afrika. Henry, Künstler, ist inzwischen Profi im Gärtnern und Hausbau geworden, Inga betreibt ein Yoga-Studio auf dem eigenen Grundstück. Für beide gilt ganz klar »In dem, was wir tun, muss unsere Seele sich wiederfinden können, sonst tun wir es nicht.«

Neuköllner Schlösser

Herr Hoffmann ist ein echter Neuköllner Junge. Die meiste Zeit seines beruflichen Lebens hat er mit Schlüsseln, Schlössern und Türmechaniken verbracht. Seit 15 Jahren betreibt der gelernte Aufzugsmonteur einen Schlüsseldienst in der Sonnenallee, wo er bereits über 30000 Schlüssel nachgemacht hat. Außerdem hat er in seinem Leben schon für unzählige ausgespeerte, verzweifelte Neuköllner Türen geöffnet. Für uns hat er den (wahrscheinlich) 30001sten Schlüssel kopiert und erklärt, was es mit den Schlüsseln und Schlössern in Neukölln auf sich hat, deren Entwicklung sich übrigens auch im Wandel des Kiezes ablesen lässt.

Das Locht43

“Man soll aufhören wenn es am schönsten ist…”, sagen die Bewohner des Locht43, ein kollektiver Wohn- Veranstaltungs- und Arbeitsraum am Neuköllner Kiehlufer. Glücklich sind sie über das Ende ihres zweijährigen Abenteuers in einer alten Neuköllner Hinterhof-Fabrikhalle allerdings nicht, denn es kommt unfreiwillig. Wir haben das Locht am Wochenende seiner Abschiedsfeier besucht und mit den Bewohnern gesprochen.

Bier mit Punkrock und Liebe

Bier besteht ja normalerweise aus Wasser, Malz und Hopfen. Viele behaupten gutes Bier hätte eine Seele. Die wichtigsten Zutaten eines wirklich guten Bieres seien jedoch Punkrock und Liebe, sagt Wilko Bereit. Er ist Braumeister des Neuköllner Rollberg Bieres. Wir haben den Urneuköllner in seiner Brauerei (er nennt es “Spielzimmer”), die sich im Keller der ehemaligen Kindl-Brauerei befindet, besucht und über Neukölln und die weite Welt des Bieres gesprochen.

Der Neuköllner Blutwurstritter

In der achten Kiezradiofolge wird’s blutig. Wir (Bettina und Christian) haben eine Neuköllner Traditionsfleischerei besucht. Marcus Benser betreibt die Blutwurstmanufaktur und ist mit seiner Wurst weltbekannt geworden. Er darf sich sogar “Blutwurstritter” nennen. Wir sprachen mit ihm über die skurrile Geschichte rund um die Ritterschaft der ältesten, bekannten Wurstsorte und diskutieren den Wandel in und um Neukölln, den Benser u.a. auch am veränderten Fleischkonsum ablesen kann.

Universität Neukölln

“Wir lernen nicht für die Schule, sondern fürs Leben und wo könnte man dies besser als auf den Strassen Neuköllns.” So lautet er, der Leitsatz der Universität Neukölln. Das liebevolle und augenzwinkernde Schnapsidee-Projekt, das im Februar 2012 am Tresen der Langen Nacht entstand, will den Bezirk mit Fachbereichen wie Diversität, Nichtstun oder Popmusik in ein locus amoenus verwandeln. Bettina und Christian haben den T-Shirt druckenden Uni-Präsidenten Martin Mai in der Langen Nacht getroffen.

Migration und Behinderung

Nach einer sehr langen Winterpause meldet sich das Kiezradio zurück. Und zwar mit einem Thema, das im Alltag viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Migration, Integration und Behinderung. Bettina und Christian besuchen einen Kochkurs der MiGes, einer gemeinnützigen Gesellschaft für Eingliederungshilfe für behinderte Menschen, und sprechen mit der stellvertretenden Leiterin Sema Celik über die Herausforderungen der Integrations- und Betreuungsarbeit in Neukölln und reden über den Umgang mit Behinderung in Deutschland und der Türkei sowie über den Einfluss von Kultur und Religion.

Kirmes, Hasenheide

Alle Jahre wieder, die Kirmes in der Hasenheide. Zuckerwatte, Lebkuchenherzen, Riesenrad und Dosenwerfen. Dana und Christian haben einen Rundgang gewagt und mit Schaustellern und Gästen gesprochen. Auf den etwa 200 Kirmes-Metern treffen Familienbetriebe in der fünften Generation auf kleine Einzelunternehmer. Wir sprachen mit Saisonarbeitern am Eisstand und wurden mit einem Staubwedel an der Losbude überrascht. Beinahe hätten wir ein Kuscheltier gewonnen. Außerdem trafen wir verlorene Herzen aus dem Kiez und hörten viel Guddelaunemusik am Autoscooterstand. Ein kleiner Einblick in einen skurrilen aber auch irgendwie sympathischen Mikrokosmos.

Quartiersmanagement Flughafenstraße

Das Quartiersmanagement Flughafenstraße kümmert sich um die Entwicklung des Flughafenkiezes und ist damit eines von gegenwärtig 33 förmlich festgelegten Quartiersmanagementgebieten in Berlin. Seit 2005 werden “bestehende Aktivitäten und Initiativen gebündelt”. Außerdem verfolgen die Mitarbeiter des Büros in der Erlanger Straße das Ziel “die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner, der Gewerbetreibenden, der Hauseigentümer sowie lokaler Politik und Verwaltung aufzuspüren und die öffentliche Diskussion anzuregen.” Christian sprach mit Thomas Helfen über die Arbeit und Zusammensetzung des Quartiersmanagements, über geförderte Projekte und über die Entwicklung des Flughafenkiezes.